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Ernährung

Eine eisenarme Diät muss aufgrund der guten Wirksamkeit der Aderlässe nicht eingehalten werden. Gut ist

  • eine gesunde ballaststoffreiche Kost mit viel Gemüse und Obst. Das in Gemüse und Obst enthaltene Eisen spielt eine untergeordnete Rolle, da es der Körper schlecht verwerten kann.
  • eher wenig Fleisch. Besonders rotes Fleisch und Innereien enthalten viel für den Körper gut verwertbares Eisen.
  • Alkohol nur in Maßen, sofern die Leberwerte unauffällig sind. Bei Leberschäden muss ganz auf Alkohol verzichtet werden.

Wissenswert, wenn man zusätzlich weniger Eisen zu sich nehmen möchte:

  • Vitamin-C fördert die Eisenaufnahme. Vitamin-C reiche Kost sollte daher idealerweise nicht zusammen mit Fleisch verzehrt werden (besser zwei Stunden vorher oder nachher).
  • Schwarzer Tee (in schwächerem Maße auch Kaffee) zugleich mit einer Mahlzeit eingenommen, hemmt die Verwertbarkeit des Nahrungseisens.
  • Multivitamin-Präparaten und manchen Frühstückscerealien kann Eisen beigefügt sein.
  • Kochen mit eisenhaltigen Töpfen erhöht den Eisengehalt der Speisen.

Bei Hämochromatose-Betroffenen besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko durch die "eisenliebenden" Erreger Vibrio vulnificus und Salmonella enteriditis. Roher Fisch und rohe Meeresfrüchte können diese enthalten und sollten gemieden werden. Fisch ist daher ausreichend zu garen.

Familie und Erbkrankheit Hämochromatose

Ein Abschnitt für Betroffene und Verwandte: Wer in der Familie soll getestet werden und wie gehe ich mit dem Thema Erbkrankheit um?

Wenn erbliche Hämochromatose nachgewiesen ist, sollten folgende Verwandte getestet werden (Eisenwerte Ferritin und Transferrin, gegebenenfalls Gentest):

  • Verwandte ersten Grades. Geschwister haben das höchste Risiko, ebenfalls betroffen zu sein.
  • Verwandte, die Krankheitszeichen oder Erkrankungen haben, die auf Hämochromatose hindeuten.

Häufig scheuen die Verwandten zunächst davor zurück, die Eisenwerte erfahren zu wollen oder den Gentest zu machen - oft aufgrund eines diffusen, nicht wirklich rational begründbaren Angstgefühls. Dies ist verständlich, weil allein schon das Wort Erbkrankheit Angst macht. Jeder in der Verwandtschaft darf und sollte frei entscheiden, ob er seine Eisenwerte wissen möchte oder nicht. Jedoch Grund zur Angst gibt es im Gegensatz zu manchen anderen Erbkrankheiten nicht, denn:

Hämochromatose ist eine verhinderbare und einfach behandelbare Erkrankung

  • Bei rechtzeitigem Erkennen der genetischen Disposition vor Beginn einer Eisenüberladung -Aderlasstherapie vorausgesetzt- wird man nie erkranken! Es liegt dann nur eine genetische Besonderheit vor, aber keine Krankheit.
  • Sollte sich Hämochromatose bei einem Familienmitglied als Grunderkrankung für bestehende gesundheitliche Probleme herausstellen, ist dies eigentlich nur von Vorteil: Nun kann die Therapie an der Ursache ansetzen. Durch die Aderlasstherapie bessern sich viele Symptome. Nach dem Motto: Besser spät als nie! Zumal die Lebenserwartung bei therapierter Hämochromatose ohne Organschäden völlig normal ist.
  • Für Kinder empfiehlt sich der Gentest erst ab einem Alter von 18 Jahren. Auch wenn sie die genetische Disposition für Hämochromatose (Typ 1) geerbt haben sollten, liegt im Kindesalter noch keine behandlungsbedürftige Eisenüberladung vor. Im Alter von 18 Jahren können sie selbst entscheiden, ob sie den Gentest machen möchten. Wenn Eltern erfahren wollen, ob ihr Kind eventuell betroffen sein könnte, kann sich der Partner testen lassen oder man bestimmt die Eisenwerte (Ferritin,Transferrinsättigung) des Kindes bzw. des Jugendlichen. Auf diese Weise ergeben sich Anhaltspunkte für eine mögliche Hämochromatose-Disposition.

 

Eltern machen sich oft Schuldvorwürfe, weil sie durch ihre (vermeintlich schlechten) Gene ihren Kindern Hämochromatose vererbt haben.

Ist die Hämochromatosemutation schlechtes Gen oder evolutionärer Vorteil?

Die Mutation, welche besondere Fähigkeit zur Eisenspeicherung gibt, bot in der Evolutionsgeschichte durchaus schon Vorteile

  • bei eisenarmer Nahrung
  • Blutverlust durch viele Geburten
  • Blutverlust durch Parasiten oder Verletzungen.

Früher wurden die Menschen zudem nicht so alt wie heute, so dass sich bei Betroffenen nicht viel Eisen anspeichern konnte. Menschen mit Hämochromatose leben so gesehen heutzutage nur in unpassenden Verhältnissen. Die Mutation wäre nicht so häufig, wenn sie nicht - zumindest für einfache Genträger - einen evolutionären Vorteil bieten würde, etwa geringere Anfälligkeit für bestimmte Infektionen und Schutz vor Eisenmangel. Eisenmangel ist ein großes globales Problem, besonders Frauen sind betroffen.

Hämochromatosemutationen sind so gesehen also durchaus nützlich. Auch wenn sich für den einzelnen homozygot Betroffenen die Fähigkeit zu besonders guter Eisenspeicherung sehr schädlich auswirken kann: Des Guten zuviel!

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