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Diagnostik
Zusammenfassung
Zwei Eisenwerte sind für die Diagnose wichtig: Ferritin
und Transferrinsättigung. Sind diese Werte dauerhaft erhöht,
besteht Verdacht auf Hämochromatose. Ein Gentest bestätigt
die Verdachtsdiagnose in den meisten Fällen. Bei unklarem
Gentestergebnis gibt es weitere Möglichkeiten, eine Eisenüberladung
sicher nachzuweisen.
Die verschiedenen Eisenwerte und der Weg zur
Diagnose
Serumeisen
- Das Serumeisen ist bei Hämochromatose zwar meist erhöht,
jedoch nicht aussagekräftig für die Diagnose, da es
verschiedene Ursachen für erhöhtes Serumeisen gibt und
das Serumeisen nicht die Körpereisenspeicher wiederspiegelt.
Ferritin
- Der Ferritinspiegel im Serum zeigt hingegen die Menge
des im Körper gespeicherten Eisens an und ist bei Hämochromatose
meist deutlich erhöht.
Bei jüngeren Menschen, insbesondere jüngeren Frauen,
kann das Ferritin trotz Hämochromatose-Disposition noch
unauffällig sein. Zudem ist das Serumferritin eine Art
"Entzündungsanzeiger": So findet sich erhöhtes Ferritin
auch bei entzündlichen Erkrankungen wie rheumatoider
Arthritis, Leberentzündungen u.a., ohne dass tatsächlich
eine vermehrte Eisenspeicherung in den Organen vorliegt.
Transferrinsättigung
- Ist jedoch neben dem Serumferritin noch ein weiterer
Eisenlaborparameter, die Transferrinsättigung, deutlich
erhöht, dann besteht der Verdacht auf Hämochromatose.
Die Transferrinsättigung errechnet sich aus dem Serumeisen
und dem Wert für (den Eisentransporter) Transferrin
und ist schon im Frühstadium vermehrter Eisenspeicherung
erhöht.
Liegen die beiden Werte Ferritin und Transferrinsättigung
dauerhaft über der Norm, so besteht Verdacht auf Hämochromatose.
Gentest
- Dann bringt der Hämochromatose-Gentest in rund 85
% der Verdachtsfälle die sichere Diagnose. Für den Gentest
wird (ebenso wie für die Bestimmung der Eisenwerte)
etwas Blut abgenommen und dieses vom Arzt in ein Labor
zur Auswertung geschickt. Der Gentest erfasst die häufigsten
relevanten Genmutationen (C282Y, H63D und evtl. noch
S65C). Ist der Gentest positiv, gilt die Diagnose heute
als gesichert. Früher-vor der Entdeckung des HFE-Gens
1996 und vor der Einführung des Gentests-konnte eine
eindeutige Diagnose nur mittels Leberbiopsie gestellt
werden.
Leberbiopsie
- Heutzutage ist eine Leberbiopsie nur noch bei negativem
Gentestergebnis, bei sehr hohem Ferritinwert (Ferritin>
1000 ng/ml) oder Hinweisen auf einen Leberschaden nötig.
Nicht in allen unklaren Fällen ist die Leberpunktion
zwingend erforderlich, da es Möglichkeiten der erweiterten
Abklärung gibt, um seltene Mutationen zu erfassen und
nichtinvasive Methoden zum Nachweis einer Eisenüberladung
genutzt werden können.
Kurz zusammengefasst der Weg zur Diagnose
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Serumeisen
>170 µg/dl (bzw.<31µmol/l)
Ferritin
Frauen vor der Menopause >200 ng/ml
Männer, Frauen nach der Menopause >300 ng/ml
Transferrinsättigung
Frauen >50%
Männer >60%
= Verdacht auf Hämochromatose: Gentest
Leberbiopsie nötig nur bei:
- negativem Gentestergebnis,
- sehr hohem Ferritinwert (Ferritin>1000ng/ml)
und/oder
- Hinweisen auf einen Leberschaden
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Steht die Diagnose, kann mit den Aderlässen begonnen
werden. Ist die Eisenüberladung sehr ausgeprägt oder gibt
es Hinweise auf Organschäden, machen weitere Untersuchungen
Sinn zur Abklärung von
- Leberschäden
- Diabetes mellitus
- Herzfunktion
- endokrinologischen Störungen, Hinweisen auf Schädigung
von Gonaden, Nebennierenrinde oder Hirnanhangsdrüse
(Hypophyse)
- Osteoporose, auch bei Männern
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