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Geburtstage

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Zöliakie und hoher Hb

Hier könnt Ihr alles reinschreiben, was mit Eisenüberladung und hereditärer Hämochromatose zu tun hat

Zöliakie und hoher Hb

Beitragvon einfach_ich » Mi 23. Okt 2013, 10:30

Hallo zusammen,

mir fällt schon seit einigen Jahren bei meinen regelmäßigen Blutuntersuchungen (alle 3 Monate wg. Schilddrüse) auf, dass mein Hb mit durchschnittlich 14,5 ziemlich hoch ist für eine Frau mit regelmäßiger Menstruation.

Vor 3 Jahren hatte ich mal eine OP, bei der ich relativ viel Blut verlor. Danach war der Hb auf 11,x gesunken. Drei Wochen (und eine Menstruation) später war ich wieder zur BE bei meinem Internisten und der Hb war wieder auf 14,x gestiegen. Ich fand es seltsam, dass der Hb sich so schnell erholt, auch weil ich ja zwischenzeitlich noch geblutet hatte. Aber mein Internist meinte, das sei ein normaler Wert für Frauen.

Inzwischen weiß ich, dass ich Zöliakie habe. Die Diagnose gabs Anfang diesen Jahres. Das erklärt dann auch den absolut grottigen Vitamin D-Spiegel, den ich nur mit einer hohen Dosis Dekristol im Zaum halte (40.000 IE/Woche statt der üblichen 20.000).

Und nun las ich, dass ein hochnormaler Hb bei Zöliakie auch Hinweis auf eine Störung im Eisenstoffwechsel sein kann. Mein Ferritinwert war vor 2 Jahren bei 94 (Ref. 15-150). Kurz nach der Geburt meines Kindes vor 7 Jahren war er mal kurzfristig auf 14 runter, bei einem gleichzeitigen Hb von ebenfalls 14.

Es fällt auch auf, dass meine Leberwerte immer leicht erhöht sind. Nur minimal, aber eben hoch genug, um jeden Arzt, der diese Werte sieht, ein Hepatitis-Labor machen zu lassen. Ich glaube langsam, ich bin die Frau mit den meistuntersuchten negativen Hepatitisserologien in Deutschland. *schiefgrins*

Was auch schon seit Jahren vorhanden ist, ist die dunkel verfärbte Haut um meine Augen herum. Ich sehe immer aus, als hätte ich zwei bräunliche Veilchen, wie die Maske beim Panda. Der Rest meiner Gesichtshaut ist deutlich heller. Auch im Sommer, wenn das Gesicht gebräunt ist, ist die Augenpartie immer dunkler. Jeder Arzt, den ich bisher dazu befragte, zuckte mit den Schultern und wusste keine Antwort. Besonders auf Fotos sehe ich daher meistens völlig übernächtigt aus. Oder man denkt, ich habe eine getönte Brille auf der Nase (bin tatsächlich Brillenträgerin, hab aber ganz normale Gläser).

Symptome wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit und vor allem *räusper* Reizbarkeit sind vorhanden. Können aber genauso gut von der Schilddrüse kommen oder oder oder. Gelenkschmerzen hab ich soweit keine, bis auf den immer wiederkehrenden Schmerz im Ileosakralgelenk oder zur Abwechslung tuts auch mal der Ischias.

Könnte es da einen Zusammenhang mit der Hämochromatose geben?

Viele Grüße
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Re: Zöliakie und hoher Hb

Beitragvon einfach_ich » Mi 23. Okt 2013, 10:39

Nachtrag, gerade noch eingefallen: Ich hatte früher immer eine sehr starke Mens, meist um die 7 Tage lang, davon die ersten 2-3 Tage recht heftig auch mit Bauchkrämpfen.

Seit gut 3-4 Jahren ist sie deutlich schwächer, als früher. Es reicht sogar am ersten Tag eine Slipeinlage aus, wo ich früher mind. 2-3 Tampons oder dicke Binden benötigte. Im Schnitt dauert sie nun nur noch 2, max. 3 Tage. Was für mich natürlich sehr angenehm ist ;-) Aber komisch ist das schon, oder?! Ich bin ja erst Mitte 30 und von den Wechseljahren noch weiiit entfernt.
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Re: Zöliakie und hoher Hb

Beitragvon wolle » Mi 23. Okt 2013, 20:01

Hallo einfach-ich,

willkommen im Forum!

Ich staune, was es alles gibt, mann lernt nie aus!

Ich bin zwar selbst HC-Mutant, - kann Dir Deine Frage nicht beantworten, - das überlasse ich den Spezialisten oder Doc.!

Doch wenn du es wissen willst, lasse doch bei einer der nächsten Blutuntersuchungen einen Gentest machen,
wobei meiner Meinung eher nichts für die HC spricht, - aber immer unter Vorbehalt -, da der Ferritin niedrig ist,
und Gelenkschmerzen fehlen ....!

Mal schauen, was die Experten meinen?!

:hallo Wolle :winke
LG Wolle
Mein HC Tagebuch: magic_viewtopic.php?f=83&t=352



Meine Daten:
Heteor H63D; Ferritin 1160/Transferin 289/ -sättigung 49%/ Eisen 35,4(2005) - Diabetes (09.2012) -
Abstinent (ab 2010 ) - Nichtraucher (auch schon ganz schön lange ) jetzt Erhaltungs-AL´s ( 56 / 25275 [gesamt Al / ml.] )
Stand: 12.2016
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Re: Zöliakie und hoher Hb

Beitragvon Lia » Fr 25. Okt 2013, 22:59

Hallo einfach -ich,

herzlich willkommen im Forum auch von mir :winke

Leider habe ich gerade sehr wenig Zeit, aber jetzt am Woende schreib ich Dir ausführlich.

Einstweilen liebe Grüße

Lia
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Re: Zöliakie und hoher Hb

Beitragvon einfach_ich » So 27. Okt 2013, 17:53

Hallo Ihr beiden,

vielen Dank schon mal für eure Antworten.

Lia, dann warte ich geduldig, bis du Zeit "für mich" hast :)

VG einfach_ich
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Re: Zöliakie und hoher Hb

Beitragvon Lia » So 27. Okt 2013, 19:53

Hallo einfach-ich,

nun komm ich dazu, Dir zu schreiben. :)
Zöliakie und Hämochromatose haben Gemeinsamkeiten in sofern, als unspezifische Symptome auftreten können und bei beiden Erkrankungen der Weg zur Diagnose lang sein kann. Beide Erkrankungen sind hierzulande nicht selten. Fast alle Hämochromatoseformen sind erblich, insbesondere die bei weitem häufigste Hämochromatose Typ 1 und auch bei der Zöliakie gibt es erbliche Faktoren.
Beide Erkrankungen können sich mit erhöhten Leberwerten und Lebererkrankung präsentieren. Bei der Hämochromatose aber deutlicher, da sieht man ab sehr stark erhöhtem Ferritin fast zwangsläufig Zeichen einer Lebererkrankung. Bei der Zöliakie muss das nicht sein, aber bei diversen untherapierten Zöliakiepatienten sieht man bei Diagnose asymptomatisch erhöhte Leberwerte oder es können Lebererkrankungen bestehen. Bei den Zöliakiepatienten können sich asymptomatisch erhöhte Leberwerte nach geeigneter Therapie normalisieren.
Großer Unterschied zwischen den Erkrankungen Hämochromatose und Zöliakie:
Hämochromatose macht Eisenüberladung. Zöliakie hingegen Eisenmangel, vor allem in fortgschrittenerem Stadium.

Es gab in der Vergangenheit diverse Untersuchungen, ob Hämochromatose und Zöliakie gehäuft zusammen auftreten und man untersuchte, ob Hämochromatosegene bei dem durch Zöliakie bedingten Eisenmangel einen schützenden Effekt haben könnten. Meines Wissens waren die Ergebnisse widersprüchlich und man fand in z.B. einer italienischen Studie nur bei den zöliakietherapierten Frauen mit Zöliakie plus Hämochromatose-Gen einen etwas höheren Hb als bei therapierten Zöliakiepatientinnen ohne Hämochromatose-Gene.

Das Ferritin ist der Eisenwert, der die Eisenreserven anzeigt. Ferritin ist bei hochgradiger Eisenüberladung bei erblicher Hämochromatose stark erhöht.
Nur bei sehr hohem Ferritin kann man Symptome bekommen.
Viele Menschen, die die erbliche Disposition haben, im Laufe des Lebens unbehandelt eine Eisenüberladung zu bekommen, erkranken nie manifest. Insbesondere Frauen. Bei einem Ferritin von 94 besteht keine Eisenüerladung, bei einem Ferritin von 14 hingegen Eisenmangel.
Hb von 14 oder 14,5 ist im Normereich. Es ist normal, das manche Frauen im dauerhaft höheres oder niedrigeres im Normbereich liegendes Hb haben. Bei Zöliakie kann Eisenmangel (niedriges Ferritin)und Eisenmangelanämie (niedriges Ferritin und dadurch niedriger Hb) bestehen.
Ein bei einem Zöliakiebetroffenen gut im Normbereich liegendes Ferritin zeigt möglicherweise an, dass noch nicht zu viel Schädigung der Eisenaufnahme durch eine durch Zöliakie geschädigte Darmschleimhaut stattgefunden hat. Je fortgeschrittener die Zöliakie, desto gravierender der Eisenmangel.

Klar ist bei einem Ferritin von 90 sind keine der von Dir gelisteten Beschwerden mit Hämochromatose in Verbindung zu bringen, selbst wenn Du die erbliche Disposition tatsächlich hättest. Hämochromatose-Symptome bekommt man erst bei sehr hohem Ferritin (Ausnahme Gelenkbeschwerden). Da sieht man dann oft Werte von Ferritin 1000, 2000 oder noch höher.
Könnte es da einen Zusammenhang mit der Hämochromatose geben?
Kannst Du Dir anhand meiner Hintergrundinfos nun selbst beantworten. Du hast nur ein Ferritin von z.B. 94 ng/ml, bist also weit entfernt von der Ferritinhöhe, die Hämochromatose-Symptome machen kann.
Ob Du diese erbliche Disposition hast, können wir hier nicht sagen. Ich sehe auch keinen Hinweis, weil die mir bekannten Studienergebnisse auch zu einem gehäuften gemeinsamen Auftreten beider Erkrankungen keinen eindeutigen Zusammenhang anzeigen bzw widersprüchlich sind.

Hoffe, das hat Dir weitergeholfen. Wenn Du noch Fragen hast, gern. :)

Liebe Grüße

Lia
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