HÄMOCHROMATOSE-FORUM • Thema anzeigen - Woher kommt das Ferritin?

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Woher kommt das Ferritin?

Fachsimpeln rund um Hämochromatose für besonders Interessierte. Es darf Fachvokabular benutzt werden, welches nicht erklärt werden muss sowie englische Sprache ohne deutsche Übersetzung. Hier können etablierte und nichtetablierte Themen und Hypothesen zu Eisenüberladung diskutiert werden.

Woher kommt das Ferritin?

Beitragvon Walburga/ » Dienstag 29. Juni 2010, 19:25

Hallo ,

ich bin in diesem Frühjahr mit einem Ferritinwert von 21 zu einer Op gegangen, wobei ich auch nochmal viel Blut verloren habe. Nach ca. 2 Wochen war mein Ferritinwert über 100 angestiegen, obwohl ich weder Alkohol getrunken, noch Fleisch gegessen habe. Maria meinte damals, es könnte von einer Entzündung gekommen sein, daß das Ferritin gestiegen ist. Aber woher kommt es denn? Ist doch noch etwas in den Organen eingelagert? :gruebel Wenn durch eine Entzündung das Ferritin steigt, soll ein HHler dann zum Aderlaß? Bei Rheumapatienten ist das Ferritin ja auch manchmal sehr hoch.

Liebe Grüße,

Walburga
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Re: Woher kommt das Ferritin?

Beitragvon Lia » Dienstag 29. Juni 2010, 19:37

Hallo Walburga,

das Ferritin, welches man durch Blutabnehmen messen kann, ist das im Blutserum enthaltene Ferritin.
Das Ferritin, welches im Körper, vor allem in der Leber eingespeichert ist, ist durch Blutabnehmen nicht direkt zu messen, sondern nur indirekt durch das im Blutserum enthaltene Ferritin, welches netterweise :D die Menge des in den Organen enthaltenen Ferritins so gut reflektiert, daß man das Serumferritin als ziemlich genauen Anhaltspunkt für das in den Organen enthaltene Ferritin nehmen kann. Das erspart uns viele Leberbiopsien..., denn nur durch die Leberbiopsie kann man ganz genau die Menge plus das Verteilungsmuster des Eisens in den Leberzellen nachweisen. (Nachweis der Menge des Eisens geht auch nichtinvasiv)

Einziger Wermutstropfen: das Serumferritin unterliegt Störungen, weil das Serumferritin auch ein Entzündungsmarker ist, es kann z.B. bei den von Dir erwähnten rheumatischen Erkrankungen ansteigen, ohne daß es die tatsächlichen Eisenreserven anzeigt. Viele Erkrankungen, darunter auch banale Infekte, können das Ferritin erhöhen.
Durch entzündliche Prozesse angestiegenes Serumferritin sinkt wieder recht rasch, wenn der entzündliche Prozess vorbei ist.
(Neben dem Serumferritin gibt es noch weitere Entzündungsmarker, welche man hinzuziehen kann, wenn man einschätzen will, ob das Serumferritin entzündungsbedingt erhöht sein könnte. Da gibt das sog. C-reaktive Protein, abgekürzt: CRP als Entzündungsmarker Aufschluß. Bei Dir aber sicher nicht nötig, wenn da mal kurz ein bischen das Ferritin höher als vermutet ausfällt.)
Vielleicht ist das Ferritin bei Dir infolge der OP gestiegen, Dein Ferritin in den Organen aber sicher nicht.
Ich würde mir darüber keine großen Gedanken machen.
Wahrscheinlich wird bei der nächsten Ferritinmessung der Wert wieder anders aussehen.

Liebe Grüße

Lia
Zuletzt geändert von Lia am Mittwoch 30. Juni 2010, 01:43, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Woher kommt das Ferritin?

Beitragvon Walburga/ » Dienstag 29. Juni 2010, 21:50

Liebe Lia,
danke für Deine ausführliche Antwort!
Das heißt also, das Ferritin sinkt von selbst wieder und ich muß keinen AL machen lassen.

Liebe Grüße,

Walburga
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Re: Woher kommt das Ferritin?

Beitragvon Lia » Dienstag 29. Juni 2010, 22:35

Hallo Walburga,

es ist anzunehmen, daß das Serumferritin von selbst wieder auf das Niveau geht, welches eisenmäßig zu erwarten ist.
Versprechen kann ich Dir das natürlich nicht, aber wenn die Ursache für eine Ferritinerhöhung rum ist (sprich: OP ist rum, keine Infektion vorhanden, alles verheilt...) dann kann man davon ausgehen, daß das Serumferritin wieder auf Dein Normalmaß sinkt.
Warte mal den nächsten Ferritintest ab. Ich würde allerdings, solange Dein Ferritin wahrscheinlich nicht die wahren Eisenreserven anzeigt, nicht unbedingt sofort einen Aderlaß machen, weil Du vor OP schon niedrig mit dem Ferritin warst.

Liebe Grüße

Lia
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Re: Woher kommt das Ferritin?

Beitragvon Manes » Mittwoch 30. Juni 2010, 18:19

Hallo Walburga,

wenn ich mich recht erinnere, dann ist das Ferritin ein Einweisstoff, der sich im Bedarfsfalle wie eine Hülle um das zu transportierende Eisen legt. Wenn dann durch irgendwelche anderen Faktoren die menge an Ferritin ansteigt, heisst dies nicht, dass jedes Ferritinteilchen sich um ein Eisenteilchen gelegt hat.

lg

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